Neues Mitglied bei SENS: Ting
Die Community-Plattform die sinnhafte Vorhaben mit Impact finanziert
Ting wurde geschaffen, um Menschen zu befähigen, Vorhaben in die Tat umzusetzen, die positiv auf ihr Leben und die Gesellschaft wirken. Ting baut mit monatlichen Beiträgen ein gemeinsames Vermögen auf, das Mitgliedern als zeitlich begrenztes Einkommen zur Verfügung steht. Ting teilt Geld, investiert in Menschen, ermöglicht Veränderung und erzeugt soziale, ökologische und gesellschaftliche Wirkung.
SENS Suisse heisst Ting als neues Mitglied herzlich willkommen und freut sich über den Austausch im Netzwerk.
Interview mit Silvan Groher, Co-Founder von Ting
Welche gesellschaftliche Wirkung will Ting erzielen und wo siehst du das Unternehmen diesbezüglich in 5 Jahren?
Ting verteilt Geld um. Freiwillig, zivilgesellschaftlich, ohne bürokratische Umwege und mit Wirkung. Wir wollen mehr Menschen ermöglichen, Vorhaben und Veränderungen anzugehen, die ihnen und gleichzeitig der Gesellschaft etwas bringen.
Ting ist ein Katalysator für konkrete biografische Veränderungen, die sich in der Summe gesellschaftlich bemerkbar machen. Wer Geld erhält, wird nicht alimentiert, sondern befähigt, die nötige Anpassung am eigenen Leben und der Umwelt selbstbestimmt anzugehen.
In fünf Jahren soll Ting in der Schweiz zu einer echten Alternative zu klassischen Förderstrukturen herangewachsen sein. Eine Infrastruktur für gegenseitiges Vertrauen, die zeigt, dass freiwilliges Teilen funktioniert, skalierbar ist, gesellschaftliche Innovation fördert und den Zusammenhalt in der Bevölkerung stärkt.
Welche Potenziale siehst du im wirkungsorientierten / sozialen Unternehmertum?
Das grösste Potenzial liegt in der Unabhängigkeit. Wer wirtschaftlich auf eigenen Beinen steht und gleichzeitig auf Wirkung ausgerichtet ist, muss weniger Kompromisse eingehen. Purpose und Profit schliessen sich nicht aus, sie verstärken sich gegenseitig, wenn man es richtig anlegt.
Wirkungsorientiertes Unternehmertum schafft die Verbindung von wirtschaftlich «erfolgreich sein» und gesellschaftlich sowie ökologisch «etwas beitragen». Das «Entweder-oder»- Denken ist eine veraltete Sichtweise auf das Wirtschaften. Darin liegt jedoch auch eine doppelte Verantwortung innerhalb der Organisationen: die der Wirkung und die des wirtschaftlichen Erfolgs.
Worin bestehen für Ting die Herausforderungen in der Gegenwart, und mit welchen Herausforderungen rechnest du in der Zukunft?
Die grösste Herausforderung ist Geduld und das Durchhaltevermögen zu haben. Systemverändernde Ideen brauchen Zeit, bis sie ankommen, genug Menschen davon gehört haben und das Vertrauen darin aufgebaut wurde. Konkret bedeutet das: Wachstum beibehalten ohne Abstriche bei der Glaubwürdigkeit, dieselbe Geschichte immer wieder klar und überzeugend erzählen und die eigene Energie nicht an Ungeduld verschwenden.
Zukünftig wird es darum gehen, die Strukturen so zu erweitern, dass Ting nicht von einzelnen Personen abhängt und die Skalierung weiterhin gelingt ohne Qualitätsverlust.
Was ist die Intention von Ting sich als Mitglied bei SENS anzumelden? Welche Vorteile siehst du als Mitglied?
Soziales Unternehmertum in der Schweiz benötigt dringend mehr Aufmerksamkeit und Sichtbarkeit. Wer unternehmerisch denkt und gleichzeitig gesellschaftliche Wirkung anstrebt, verdient Anerkennung. Dies und die Vernetzung unter Gleichgesinnten sind die Hauptgründe unserer Mitgliedschaft.
SENS liefert genau dieses Umfeld und die Plattform dazu. Gleiche wirtschaftliche Haltung, ähnliche Herausforderungen, unterschiedliche Lösungsansätze. Davon kann man lernen, davon kann man profitieren und dazu kann man selbst beitragen.
Herzlichen Dank für das Interview!
Hier findest du weitere Mitglieder von SENS.