Neues Mitglied bei SENS: Karma Lama
Karma Lama ist eine digitale Plattform, die den Zugang zu Freiwilligenarbeit in der Schweiz
vereinfacht. Wir bauen Hürden ab, damit sich Menschen flexibel und passend zu ihrem
Alltag engagieren können. Dabei verstehen wir uns als Partner der gemeinnützigen
Organisationen: Wir unterstützen sie dabei, digital sichtbarer zu werden und so auch jüngere
Generationen für ihre wichtigen Anliegen zu gewinnen.
SENS Suisse heisst Karma Lama als neues Mitglied herzlich willkommen und freut sich über den Austausch im Netzwerk.
Interview mit Christian Schefer, Co-Gründer von Karma Lama
Welche gesellschaftliche Wirkung will Karma Lama erzielen und wo siehst du das Unternehmen diesbezüglich in 5 Jahren?
Engagement für Gesellschaft, Umwelt oder Tierwelt soll ein normaler Teil eines ausgewogenen Lebens sein. Unser Ziel ist es, Freiwilligenarbeit so alltagstauglich und zugänglich zu machen, dass Hürden verschwinden.
Das Bedürfnis nach Sinnhaftigkeit im Leben steigt. Gleichzeitig fehlen gemeinnützigen Organisationen Ressourcen, Sichtbarkeit und Unterstützung. Einsamkeit nimmt in den unterschiedlichsten Altersbereichen zu und die Polarisierung in der Bevölkerung wächst. Durch das einfache Verbinden von Menschen, Organisationen und Erfahrung entschärfen wir all diese Probleme, fördern die eigene Selbstwirksamkeit und den Zusammenhalt in der Gesellschaft. Damit stärken wir die gesellschaftliche Resilienz und sorgen für eine Gemeinschaft, die nicht nur nebeneinander lebt, sondern füreinander da ist.
In 5 Jahren wirken wir schweizweit, nachhaltig und digital gut unterstützt: Als Freiwilligen-
Expert:innen, als Entlastung für NPOs und als innovative Kraft in der Freiwilligenarbeit mit
einer starken, lebendigen Community.
Welche Potenziale siehst du im wirkungsorientierten / sozialen Unternehmertum?
Das grösste Potenzial sehe ich darin, soziale und ökologische Herausforderungen mit unternehmerischer Konsequenz anzugehen. Es reicht nicht, Gutes zu wollen, die Lösungen müssen auch im Alltag der Menschen funktionieren und nachhaltig wirken können. Wirkungsorientiertes Unternehmertum zwingt uns, Ressourcen sehr gezielt dort einzusetzen, wo sie den grössten Nutzen stiften. Es erlaubt uns, agil zu bleiben und effiziente Werkzeuge zu nutzen, ohne dabei den zentralen Impact aus den Augen zu verlieren. So entstehen Angebote, die nicht nur theoretisch sinnvoll sind, sondern praktisch ihre Wirkung auch im Wettbewerb entfalten und sich (möglichst) nachhaltig finanzieren können. Das unterstütze ich gerne.
Worin bestehen für Karma Lama die Herausforderungen in der Gegenwart, und mit welchen Herausforderungen rechnest du in der Zukunft?
Gegenwart: Unsere aktuelle Hauptaufgabe ist „Übersetzungsarbeit“. Wir bauen Brücken zwischen zwei Geschwindigkeiten: Auf der einen Seite stehen motivierte Personen, die sich flexibel und (oft) kurzfristig einbringen wollen. Auf der anderen Seite stehen NPOs, deren Strukturen und Erwartungen meist auf langfristige Beständigkeit ausgelegt sind. Diese beiden Welten pragmatisch zusammenzubringen, erfordert viel Dialog, Begleitung und Verständnis für beide Seiten.
Zukunft: Die Herausforderung ist es, gesund zu wachsen, etwa in neuen Regionen, ohne dabei unsere Essenz und die Qualität der Begleitung zu verlieren. Wir müssen beweisen, dass Digitalisierung diese Brücke ermöglicht und dass freiwilliges Engagement ganz unterschiedlich aussehen darf. Zudem müssen wir unser Geschäftsmodell weiter schärfen, vorwärts treiben und hoffentlich den bisherigen Gegenwind der etablierten Strukturen in einen partnerschaftlichen Rückenwind wandeln.
Was ist die Intention von Karma Lama sich als Mitglied bei SENS anzumelden? Welche Vorteile siehst du als Mitglied?
Wir glauben an Kooperation statt Einzelkampf. SENS bündelt Menschen und Projekte, die Wirtschaft und Wirkung kompromisslos zusammendenken und genau diesen Austausch suchen wir.
Wir möchten nicht im stillen Kämmerlein tüfteln, sondern von den Erfahrungen anderer Social Entrepreneurs lernen. Gleichzeitig wollen wir unsere Erkenntnisse teilen und gemeinsam sichtbarer machen, dass soziales Unternehmertum ein entscheidender Pfeiler für eine zukunftsfähige Schweiz ist.
Herzlichen Dank für das Interview!
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