{"id":8285,"date":"2026-06-17T14:21:00","date_gmt":"2026-06-17T12:21:00","guid":{"rendered":"https:\/\/sens-suisse.ch\/?p=8285"},"modified":"2026-06-17T14:21:03","modified_gmt":"2026-06-17T12:21:03","slug":"neues-mitglied-bei-sens-wir-lernen-weiter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sens-suisse.ch\/fr\/neues-mitglied-bei-sens-wir-lernen-weiter\/","title":{"rendered":"Neues Mitglied bei SENS: Wir lernen weiter"},"content":{"rendered":"\n<p><a href=\"https:\/\/wir-lernen-weiter.ch\/\">Wir lernen weiter (wLw)<\/a> ist ein gemeinn\u00fctziger Verein aus Merenschwand (AG), der aufbereitete Laptops an armutsbetroffene Menschen in der Schweiz weitergibt. Das Hilfswerk funktioniert ohne klassische Geldspendelogik: Mehr als 90 Prozent der Einnahmen stammen aus Unkostenbeitr\u00e4gen, die der Verein f\u00fcr abgegebene Ger\u00e4te erh\u00e4lt. So wird ein Kreislauf geschaffen, der die digitale Teilhabe f\u00fcr alle erm\u00f6glicht und professionelle Dienstleistungen anbietet: ressourcenschonend, transparent und mit Fokus auf erzielter Wirkung.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>SENS Suisse heisst Wir lernen weiter als neues Mitglied herzlich willkommen<\/strong> und freut sich \u00fcber den Austausch im Netzwerk.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Interview mit Tobias Sch\u00e4r, Gr\u00fcnder und Gesch\u00e4ftsleitung von Wir lernen weiter<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Welche gesellschaftliche Wirkung will Wir lernen weiter erzielen und wo siehst du das Unternehmen diesbez\u00fcglich in 5 Jahren?<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>In unserem reichen Land ist Armut nicht wirklich sichtbar. Wer arm ist, hat mit vielen Problemen zu k\u00e4mpfen: beispielsweise auch einer realen Gefahr der digitalen Ausgrenzung durch fehlende Arbeitsger\u00e4te, wie ein Laptop. Wer dies nicht hat, kann nicht selbstst\u00e4ndig Bewerbungsunterlagen erstellen, einer beruflichen Grundbildung nachgehen oder sich erfolgreich in unserem Land integrieren. Wir wollen diese L\u00fccke konkret schliessen: mit aufbereiteten Laptops, die direkt bei Menschen ankommen, die sie brauchen und nicht finanzieren k\u00f6nnen. In f\u00fcnf Jahren soll das Modell so skaliert sein, dass wir die Nachfrage in der ganzen Schweiz (ca. 40\u2019000 Ger\u00e4te pro Jahr) zuverl\u00e4ssig bedienen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Welche Potenziale siehst du im wirkungsorientierten \/ sozialen Unternehmertum?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das gr\u00f6sste Potenzial liegt in der Glaubw\u00fcrdigkeit. Wer seinen Impact messen und belegen kann, muss nicht auf Mitleid setzen. Die Wirkungsfinanzierung spiegelt sehr ehrlich wider, ob unsere Arbeit \u00fcberhaupt qualitativ nutzbar ist: Denn wenn wir nicht sauber arbeiten, k\u00f6nnen wir unsere Wirkung nicht finanzieren. Es herrscht somit bei uns ein intrinsisch motiviertes Denken, um fortlaufend effizienter und besser zu wirken. Das ist ein v\u00f6llig anderes Fundament als beim klassischen NPO-Modell, bei welchem ein Grossteil der Einnahmen aus bedingungslosen Geldspenden oder Stiftungsgeldern stammt. Ich glaube, dass wirkungsorientierte Organisationen, die \u00e4hnlich denken wie wir, langfristig mehr Vertrauen aufbauen und stabiler wachsen. Denn wenn das Geld einfach kommt, besteht kein Anreiz um sich zu verbessern.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Worin bestehen f\u00fcr Wir lernen weiter die Herausforderungen in der Gegenwart, und mit welchen Herausforderungen rechnest du in der Zukunft?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die gr\u00f6sste heutige Herausforderung ist es, kostendeckend zu wirken. Die wirtschaftliche Aufbereitung ist pro Ger\u00e4t abzuw\u00e4gen. Unsere Verhandlungsposition ist auf dem freien Markt nicht zwingend besser, nur weil wir ein Hilfswerk sind. Auch bei uns macht ein Grossteil der Auslagen das Personal aus, aber auch Ersatzteilbeschaffungen, Infrastruktur und Mieten. Wir wirken mit beschr\u00e4nkten Mitteln, die ein langsames Wachstum erzwingen, welches erst erarbeitet werden muss. Gleichzeitig w\u00e4chst der Bedarf Jahr f\u00fcr Jahr. Aktuell erhalten wir f\u00fcr unsere schweizweite Mission weder politische Unterst\u00fctzung auf nationaler Ebene noch Ger\u00e4te von bundesnahen Organisationen. Dies, obwohl wir ein Problem l\u00f6sen, das die Steuerzahlenden langfristig entlastet und Unternehmen bei End-of-Lifecycle- Prozessen kostenlos unterst\u00fctzt. Die Sichtbarkeit unseres Vereins ist zu klein f\u00fcr die Gesamtwirkung, die wir bereits heute erzielen: und daran m\u00fcssen wir heute und morgen ernsthaft arbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Was ist die Intention von Wir lernen weiter sich als Mitglied bei SENS anzumelden? Welche Vorteile siehst du als Mitglied?<\/em>\u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir sehen uns als ein funktionierendes Beispiel einer Organisation, bei der sozialer Auftrag und unternehmerisches Denken nur gemeinsam funktionieren. SENS ist genau das Netzwerk, das diese Kombination ernst nimmt. Wir erhoffen uns den Austausch mit Organisationen, die \u00e4hnliche Fragen stellen: Wie misst man Wirkung seri\u00f6s? Wie bleibt man finanzierbar, ohne die eigene Mission zu verw\u00e4ssern? Und wie kommuniziert man ehrlich \u00fcber Erfolge und Grenzen? Zu wissen, dass man nicht alleine ist, hilft auch uns zu wachsen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Herzlichen Dank f\u00fcr das Interview!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/sens-suisse.ch\/netzwerk\/\">Hier<\/a> findest du weitere Mitglieder von SENS.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir lernen weiter (wLw) ist ein gemeinn\u00fctziger Verein aus Merenschwand (AG), der aufbereitete Laptops an armutsbetroffene Menschen in der Schweiz weitergibt. 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